Neon Dust

Go read the whole thing.

Scheint so, als hätten wir demnächst einen neuen Bundespräsidenten.
Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde Joachim Gauck von der digitalen Boheme als Alternative zu Wulff angeführt. Dann trat dieser zurück, es wurde nach einem neuen Kandidaten gesucht, und nach einer Weile war die Union damit einverstanden, dass Gauck der Präsident dieses Landes sein soll. Daraufhin tauchten plötzlich vermehrt kritische Stimmen auf, weil er mit Wulffs Freunden abhängt und offensichtlich in der Vergangenheit nicht komplett ganz doll immer jeden Tag die ungeschminkte Wahrheit von sich gegeben hat.

Ihr könnt sagen, was ihr wollt: Ich finde dieses Bild für eine Demokratie einfach gruselig bit.ly/xoi549 #Gauck
— Enno (@ennomane) Februar 20, 2012

Gauck: Keine Distanzierung von Sarrazin, Kapitalismuskritik ist albern, Atomausstieg gefühlsduselig #BitteNichtGauck
— C. Stephan Schlangen (@thesnake69) Februar 19, 2012
GTFO! Ich will keinen fehlerfreien Bundespräsidenten, weil es so einen nicht gibt. Außerdem ist es okay, das er teilweise andere politische Positionen als die Mehrheit der digitalen Gesellschaft hat. Er wird ja nicht Kanzler oder Fraktionschef, sondern Bundespräsident; Gauck wird also de facto kaum echte Macht haben. Außerdem beruhen einige Unterstellungen, wie beispielsweise die Verharmlosung des Holocaustes, auf aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten und lesen sich im korrekten Kontext komplett anders.
Damals, bei der letzten Bundespräsidentenwahl anno 2010, war ein Argument der Wulff-Gegner, dass selbiger eine Karriere habe, während Gauck ein Leben hat. Das impliziert für mich, dass es für letzteren eher okay ist, wenn er ein paar “Fehler” macht, als für Wulff - weil er eben nicht primär für seine politische Karriere lebt.
Ein Politiker darf Fehler machen. Jeder darf Fehler machen. Und Politiker sind da sehr viel anfälliger als handelsübliche Bürger, weil sie maßgeblich die Zukunft der Welt (oder, um in diesem Einzelfall mal nicht zu übertreiben, mehr oder weniger maßgeblich die Zukunft der Kommunikation eines kleinen Teil der Welt mit dem nicht ganz so kleinen Rest der Welt) beeinflussen und daher ziemlich interessant für national und international agierende Unternehmen sind, die ihnen mit äußerstem Vergnügen Geld und andere Dinge in die Hälse (und nach Möglichkeit auch in sämtliche andere verfügbare Körperöffnungen) stecken, um ihre Anliegen durchzusetzen.
Solange sie sich nicht häufen und nicht während der Amtszeit auftreten, sind kleinere Fehler okay. Wenn man jedoch, wie in Wulffs Fall, während man ein politisches Amt bekleidet, billiges Geld annimmt und die Geldgeber bevorteilt - und man diese Fehler wochenlang leugnet und sie erst zugibt, wenn sich Gerichte oder ähnliche Instanzen einschalten (was übrigens auch bei Guttenberg der Fall war) - ist es definitiv nicht akzeptabel, weiterhin im Amt zu bleiben.
Kurz: Es gibt keinen fehlerfreien Kandidaten. Es kann auch gar keinen geben. Deshalb ist Gauck total okay, obwohl ein paar Idioten anderer Meinung sind und in den letzten Tagen ein paar vermeintlich diffamierende Zitate zusammengesucht haben.

Scheint so, als hätten wir demnächst einen neuen Bundespräsidenten.

Noch vor nicht allzu langer Zeit wurde Joachim Gauck von der digitalen Boheme als Alternative zu Wulff angeführt. Dann trat dieser zurück, es wurde nach einem neuen Kandidaten gesucht, und nach einer Weile war die Union damit einverstanden, dass Gauck der Präsident dieses Landes sein soll. Daraufhin tauchten plötzlich vermehrt kritische Stimmen auf, weil er mit Wulffs Freunden abhängt und offensichtlich in der Vergangenheit nicht komplett ganz doll immer jeden Tag die ungeschminkte Wahrheit von sich gegeben hat.

GTFO! Ich will keinen fehlerfreien Bundespräsidenten, weil es so einen nicht gibt. Außerdem ist es okay, das er teilweise andere politische Positionen als die Mehrheit der digitalen Gesellschaft hat. Er wird ja nicht Kanzler oder Fraktionschef, sondern Bundespräsident; Gauck wird also de facto kaum echte Macht haben. Außerdem beruhen einige Unterstellungen, wie beispielsweise die Verharmlosung des Holocaustes, auf aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten und lesen sich im korrekten Kontext komplett anders.

Damals, bei der letzten Bundespräsidentenwahl anno 2010, war ein Argument der Wulff-Gegner, dass selbiger eine Karriere habe, während Gauck ein Leben hat. Das impliziert für mich, dass es für letzteren eher okay ist, wenn er ein paar “Fehler” macht, als für Wulff - weil er eben nicht primär für seine politische Karriere lebt.

Ein Politiker darf Fehler machen. Jeder darf Fehler machen. Und Politiker sind da sehr viel anfälliger als handelsübliche Bürger, weil sie maßgeblich die Zukunft der Welt (oder, um in diesem Einzelfall mal nicht zu übertreiben, mehr oder weniger maßgeblich die Zukunft der Kommunikation eines kleinen Teil der Welt mit dem nicht ganz so kleinen Rest der Welt) beeinflussen und daher ziemlich interessant für national und international agierende Unternehmen sind, die ihnen mit äußerstem Vergnügen Geld und andere Dinge in die Hälse (und nach Möglichkeit auch in sämtliche andere verfügbare Körperöffnungen) stecken, um ihre Anliegen durchzusetzen.

Solange sie sich nicht häufen und nicht während der Amtszeit auftreten, sind kleinere Fehler okay. Wenn man jedoch, wie in Wulffs Fall, während man ein politisches Amt bekleidet, billiges Geld annimmt und die Geldgeber bevorteilt - und man diese Fehler wochenlang leugnet und sie erst zugibt, wenn sich Gerichte oder ähnliche Instanzen einschalten (was übrigens auch bei Guttenberg der Fall war) - ist es definitiv nicht akzeptabel, weiterhin im Amt zu bleiben.

Kurz: Es gibt keinen fehlerfreien Kandidaten. Es kann auch gar keinen geben. Deshalb ist Gauck total okay, obwohl ein paar Idioten anderer Meinung sind und in den letzten Tagen ein paar vermeintlich diffamierende Zitate zusammengesucht haben.

theatlantic:

Does Romney’s ‘I’m Not Concerned About the Very Poor’ Line Matter?
Romney’s comment isn’t a gaffe so much as an artless description of his tax policy. He’s more concerned about cutting taxes for middle class investors and businesses than he is for keeping tax rates low for lower-income Americans. You and I might have different ideas about whether that’s the right direction for our tax policy. But I hope we can agree that this isn’t the kind of thing you want advertised with gaffes about “not being concerned” about the very poor. Read more.
[Image: Reuters]


That line clearly does matter. Gosh, what a mor(m)on.

theatlantic:

Does Romney’s ‘I’m Not Concerned About the Very Poor’ Line Matter?

Romney’s comment isn’t a gaffe so much as an artless description of his tax policy. He’s more concerned about cutting taxes for middle class investors and businesses than he is for keeping tax rates low for lower-income Americans. You and I might have different ideas about whether that’s the right direction for our tax policy. But I hope we can agree that this isn’t the kind of thing you want advertised with gaffes about “not being concerned” about the very poor. Read more.

[Image: Reuters]

That line clearly does matter. Gosh, what a mor(m)on.